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Millionen kehrten zurück, aber viele davon unfreiwillig
Aktualisiert am 12.06.2026 - 10:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Frau schaut aus einem Bus, der kongolesische Flüchtlinge aus Burundi zurück in ihr Heimatland bringen soll (Archivbild): Weltweit sind Millionen Geflüchtete zurückgekehrt. (Quelle: IMAGO/Shi Yu/imago)
14,7 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene gingen 2025 zurück in ihre Heimat, viele unter Druck und in Unsicherheit. Gleichzeitig entstehen neue Fluchtbewegungen. Die Krisen bleiben.
Weltweit lebten Ende 2025 rund 117,8 Millionen Menschen als Flüchtlinge, Binnenvertriebene oder Asylsuchende. Das waren 5,4 Millionen weniger als ein Jahr zuvor – der erste Rückgang seit einem Jahrzehnt. Wie aus dem neuen Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervorgeht, ist die Entwicklung jedoch kein Zeichen einer deutlich friedlicheren und sichereren Welt.
Der Rückgang geht vor allem auf außergewöhnlich große Rückkehrbewegungen zurück. Insgesamt kehrten 14,7 Millionen Menschen zurück, darunter 4,4 Millionen Menschen, die in andere Länder geflohen waren, und 10,3 Millionen Binnenvertriebene, die ihre ursprüngliche Heimat wieder aufsuchten. Laut UNHCR war dies eine der höchsten jemals erfassten Rückkehrzahlen.
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Die UN warnen jedoch davor, die Entwicklung als Erfolgsgeschichte zu verstehen. Viele Rückkehrer seien unter widrigen Umständen in ihre Heimat zurückgekehrt. Oft herrschten dort weiterhin Unsicherheit, zerstörte Infrastruktur und mangelnder Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Mehr als 90 Prozent aller zurückgekehrten Flüchtlinge gingen laut Bericht in nur drei Länder zurück: Afghanistan, Syrien und Sudan.
Millionen Rückkehrer in Afghanistan und Syrien
Nach dem Sturz der Assad-Regierung in Syrien im Dezember 2024 kehrten 2025 rund 1,3 Millionen Flüchtlinge zurück, vor allem aus dem Nachbarland Türkei. Hinzu kamen rund zwei Millionen zurückgekehrte Binnenvertriebene. Das UNHCR spricht mit Blick auf Syrien von vorsichtiger Hoffnung, verweist aber zugleich auf anhaltende Sicherheitsrisiken, zerstörte Städte und eine schwache Wirtschaft.
Die größte Rückkehrbewegung verzeichnete Afghanistan mit rund 1,9 Millionen Flüchtlingen. Viele von ihnen hatten zuvor im Iran und in Pakistan gelebt. Beide Länder haben ihre Politik gegenüber Afghanen jedoch deutlich verschärft. Das UNHCR bewertet diese Bewegung der afghanischen Geflüchteten zurück in ihr Heimatland daher als vornehmlich unfreiwillige Rückkehr.
Der Unterschied zwischen Flucht und Vertreibung
Als Flüchtlinge gelten Menschen, die vor Krieg, Verfolgung oder Gewalt ihr Heimatland verlassen und eine internationale Grenze überschreiten. Vertriebene hingegen bleiben innerhalb ihres eigenen Landes. Sie fliehen zwar ebenfalls vor Konflikten, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen, gelten völkerrechtlich aber nicht als Flüchtlinge.


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