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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayNewsblog zum Krieg in der Ukraine
Drohnen treffen Chemiefabriken im russischen Hinterland
Aktualisiert am 12.06.2026 - 09:43 UhrLesedauer: 15 Min.

Die Chemieanlage Nizhnekamskneftekhim in der Republik Tatarstan. (Archivbild) (Quelle: Investigative Committee of the R via www.imago-images.de/imago)
Die Ukraine greift wichtige Industrieanlagen in Russland an. Auf der Krim wird der Sprit knapp. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 12. Juni
Ukraine nimmt russische Chemie-Anlagen ins Visier
Die Ukraine hat Russland in der Nacht zu Freitag erneut mit Drohnen weit im russischen Hinterland angegriffen. Dabei wurde unter anderem die Chemiefabrik Nizhnekamskneftekhim (NKNK) in Nischnekamsk in der Republik Tatarstan rund 1.200 Kilometer hinter der Frontlinie getroffen. Ebenso eine Anlage der Firma LLC Tolyattikauchuk in der Region Samara. Beide Chemiefabriken produzieren unter anderem synthetischen Kautschuk für die Reifenherstellung.
Die ukrainische Armeeführung reagiert mit ihrer Strategie, auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier zu nehmen, auf die fortwährenden russischen Attacken auf die zivile Infrastruktur in der Ukraine. Zuletzt hatte die Ukraine auch Moskau und St. Petersburg mit Drohnen angegriffen.
Sewastopol geht der Sprit aus
Die russischen Besatzungsbehörden haben mit zunehmenden Problemen bei der Kraftstoffversorgung in Sewastopol auf der Halbinsel Krim zu kämpfen. Die Stadt war lange Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Der von Russland eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew erklärte laut dem amerikanischen Institut für Kriegsstudien (ISW), dass die Besatzungsverwaltung keine neuen QR-Codes für den Kauf von Benzin ausgeben könne. Grund dafür sei, dass Tanklastwagen Sewastopol am 9. Juni aus nicht näher genannten Gründen nicht erreichen konnten. Die Ukraine hat in den vergangenen Tagen die russischen Versorgungslinien zur Krim angegriffen.
Raswoschajew hatte am 6. Juni eine Regel eingeführt, nach der Kunden für den Kauf von Benzin einen zuvor erworbenen QR-Code benötigen. Bürger können diesen QR-Code ausschließlich über den staatlich kontrollierten russischen Messenger-Dienst Max erhalten. Die Maßnahme gilt für das von Russland besetzte Sewastopol.
Verletzte bei Angriffen in russischer Region
Bei ukrainischen Angriffen auf die russische Grenzregion Brjansk ist die Zahl der Verletzten nach Angaben der örtlichen Behörden auf zehn gestiegen. Unter den Verletzten sei auch ein fünfjähriger Junge, teilte der amtierende Gouverneur der Region, Jegor Kowaltschuk, auf Telegram mit. Zwei Menschen waren bei dem Angriff ums Leben gekommen.
Auch in der Ukraine gibt es Opfer durch russische Drohnenangriffe: In der nordöstlichen Oblast Sumy wurde eine 44-jährige Frau getötet und eine 33-Jährige schwer verletzt, wie der dortige Gouverneur Oleh Hryhorow mitteilte. In der südukrainischen Stadt Mykolajiw wurden den örtlichen Behörden zufolge drei weitere Menschen verletzt.
Donnerstag, 11. Juni
Ukraine warnt Landsleute in besetzten Gebieten
Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Vor diesem Hintergrund hat der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagte Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Dafür nannte er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen.
"Deswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben", sagte der Gouverneur. Er veröffentlichte Kontakte von Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen, die Ukrainern bei der Ausreise aus den besetzten Gebieten helfen können.
Europäische Diplomaten treffen russischen Vize-Außenminister
Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben bei einem Treffen im russischen Außenministerium nach eigenen Angaben den jüngsten Aufruf ihrer Länder und Kiews zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs dargelegt. Dabei sei es auch um die Unterstützung der Aufforderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine unter Beteiligung der USA und Europas gegangen, hieß es in einer Mitteilung nach dem Treffen. Die Botschafter trafen demnach den stellvertretenden russischen Außenminister Michail Galusin.
Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premier Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und Selenskyj hatten sich am Sonntag in London getroffen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin riefen sie Kremlchef Wladimir Putin zu einer sofortigen Waffenruhe und Verhandlungen über ein Ende des vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Kriegs gegen die Ukraine auf.
Das russische Außenministerium teilte nach dem Gespräch mit, dass den Diplomaten eine "objektive Einschätzung der destruktiven Politik ihrer Führungen" zum Ukraine-Krieg dargelegt worden sei. Diese Politik ziele darauf, Kiew zur Fortsetzung des Kriegs anzutreiben auf Kosten und mithilfe der Koalition der Willigen, hieß es in der Mitteilung.
Ukraine sieht Lage in Kostjantyniwka kritisch
Die Lage für die Verteidiger der Stadt Kostjantyniwka bei Kramatorsk im Osten der Ukraine hat sich weiter verschlechtert. "Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer Halbeinkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist", sagte Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske. Die russische Armee versuche die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. "Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert".
Ukrainische Lagekarten bestätigen die Umfassung der stark zerstörten Stadt von drei Seiten. Zuvor hatten auch andere ukrainische Militärs die Lage als sehr schwierig geschildert.


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