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Deutscher Rüstungshersteller präsentiert neue Wunder-Drohne
Von afp, reuters, t-online
Aktualisiert am 12.06.2026 - 11:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine neue Waffe kombiniert die Vorteile von Drohnen mit einem bewährten System. Das Rüstungsunternehmen Diehl hat die Cobra 600 neu vorgestellt.
Der deutsche Rüstungshersteller Diehl hat auf der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) eine neue Drohne vorgestellt: Cobra 600. Von "Raketen-Taxi" sprechen Fachleute. Denn die neue Waffe kombiniert eine düsengetriebene Drohne mit einer Abschussbasis für Raketen. Der Nürnberger Konzern setzt dabei auf die Lenkwaffe IRIS-T aus dem eigenen Unternehmen.
Diehl wurde 1902 gegründet. Die Rüstungssparte Diehl Defence am Bodensee setzt auf die Produktion von Munition und Lenkwaffen wie die Rakete Iris-T. Bei der Cobra 600 kommt nicht allein die Iris-T aus dem eigenen Konzern zum Einsatz, auch bei der Abschussvorrichtung wird auf eine bewährte Technik zurückgegriffen. Diehl nutzt das Bauteil schon für den Raketenabschuss beim Eurofighter. Die Basis für die Drohne kommt vom Unternehmen Polaris Raumflugzeuge in Bremen.
Reichweite von rund 400 Kilometern
Die neue Drohne verfügt laut Experten über eine Reichweite von rund 400 Kilometern. In ihrer Deltaflügler-Form erinnert die Drohne an die iranische Entwicklung Shahed. Russland nutzt eine Weiterentwicklung der günstigen iranischen Waffe im Krieg gegen die Ukraine unter dem Namen Geran.
Entwickelt wurde der Delta-Flügler in den 1980er-Jahren vom Traditionsbetrieb Dornier am Bodensee. Diehl Defence greift nun auf diese Form zurück. Das Fachportal "The War Zone" beschreibt die Vorteile der Waffe, die Drohnen-Technik mit dem Patriot-Raketensystem kombiniert, wie folgt: "Damit hat die Cobra 600 das Potenzial, das bodengestützte IRIS-T-System – hinsichtlich der erzielbaren Reichweite – in Richtung einer Langstrecken-Boden-Luft-Rakete zu entwickeln."
Inspirationen aus den sozialen Medien
Diehl Defence ist einer von zahlreichen deutschen Drohnenherstellern in Deutschland. Deutsche Hersteller erhalten auch international Beachtung. Laut Medienberichten testete die US-Armee erfolgreich das System HX-2 des Münchner Unternehmens Helsing.
Quantum-Geschäftsführer Florian Seibel erklärte jetzt im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wie sich die Branche über russische Entwicklungen auf dem Laufenden hält. "Dafür sind soziale Medien eine wahre Fundgrube. Dort findet sich alles, von Bauanleitungen bis zu Handbüchern zu den jüngsten Produktvarianten." Der Startup-Unternehmer weiter: "Außerdem bekommt man immer wieder auch Angriffsdrohnen in die Hände, die in einem Getreidefeld gelandet sind, weil ihnen der Sprit ausgegangen ist oder die beim Aufprall nicht detoniert sind. Da lässt sich schon einiges herausziehen."
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde Florian Seibel als Chef von Helsing bezeichnet. Diese Darstellung ist falsch. Richtig ist, dass Florian Seibel Geschäftsführer des Unternehmens Quantum ist. Wir haben den Artikel nachträglich korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.


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