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"Wirtschaftszweig boomt": Ukraine könnte bald Militärgüter exportieren

3 days ago 6

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Newsblog zum Krieg in der Ukraine

"Wirtschaftszweig boomt": Ukraine könnte bald Militärgüter exportieren


Aktualisiert am 06.06.2026 - 21:14 UhrLesedauer: 25 Min.

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Soldat mit Aufklärungsdrohne (Symbolbild): Die Ukraine gilt im fünften Jahr des Kriegs als ein weltweit führendes Land im Drohnenkampf. (Quelle: IMAGO/Diego Herrera Carcedo/imago)

Der ukrainische Finanzminister setzt auf die Rüstungsindustrie. Ukrainische Drohnen attackieren zum letzten Tag des Wirtschaftsforums erneut Sankt Petersburg. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Samstag, 6. Juni

"Wirtschaftszweig boomt": Ukraine könnte bald Militärgüter exportieren

Die Ukraine sieht ihre Rüstungsindustrie als eine dauerhafte Quelle wirtschaftlicher Stärke. "Die Nachfrage, die wir in der Ukraine geschaffen haben, hat einen Wirtschaftszweig hervorgebracht, der nun praktisch boomt. Daher ist er ein sehr wichtiger Teil unserer Zukunft", sagte Finanzminister Serhij Martschenko auf dem Jahrestreffen der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga. Entscheidend sei nun, die Industrie zu stärken, ihr Entwicklungskapazitäten zu verschaffen und das militärische Potenzial für einen breiteren Markt zu öffnen. Dazu stehe die Ukraine vor der Entscheidung, die Ausfuhr von Militärgütern zu ermöglichen.

Durch den Ausbau und die Nutzung des Potenzials könnten nach Angaben von Martschenko nicht nur weitere Fortschritte bei militärischer Ausrüstung und Waffen erzielt werden. "Ich glaube, diese Entwicklungen können dazu beitragen, ein natürliches ziviles Umfeld nach dem Krieg zu schaffen. Denn ein Teil der Produktion, die wir derzeit für militärische Zwecke verwenden, kann auch für zivile Zwecke genutzt werden", sagte der ukrainische Finanzminister.

Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion – und gilt im fünften Jahr des Kriegs als ein weltweit führendes Land im Drohnenkampf. Gleichzeitig hofft die Regierung in Kiew noch im Juni auf den Erhalt erster Gelder aus einem Kredit der Europäischen Union über 90 Milliarden Euro, die auch für Rüstungszwecke verwendet werden sollen. Angesichts des andauernden Krieges sei es ziemlich problematisch und schwierig, Privatinvestoren zu gewinnen, sagte Martschenko.

Ukraine verkürzt Weg zum Drohnenschlag um 90 Prozent

Ukrainische Soldaten können russische Ziele inzwischen per Satellitenbild auf dem Smartphone ausfindig machen. Das verkürzt den Weg zum Drohnenangriff drastisch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Selenskyj bestätigt neue Angriffe auf Sankt Petersburg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Drohnenangriffe aus der Nacht auf Sankt Petersburg bestätigt. Es sei Zeit, den Krieg zu beenden, schrieb Selenskyj auf X. "Doch Russlands Herrscher will weiterkämpfen." Damit bezog sich Selenskyj auf eine Absage des russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein Treffen der beiden Staatschefs. Der Ukrainer hatte Putin dies zuvor in einem offenen Brief angeboten.

Wegen Putins Ablehnung gingen die Angriffe nun weiter, so Selenskyj. Die Drohnen, die in der vergangenen Nacht rund 1.000 Kilometer in Richtung Sankt Petersburg zurückgelegt hätten, nahmen seinen Angaben nach "Arsenale der feindlichen Marine" sowie den Marinestützpunkt in Kronstadt ins Visier. Zudem sei in der Region Krasnodar ein Öldepot getroffen worden. Er dankte den Soldaten und Geheimdiensten für ihre Arbeit. Dazu teilte Selenskyj ein Video der Angriffe. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Feuer in russischer Antipinski-Raffinerie – Behörden dementieren Drohnenangriff

In der Antipinski-Raffinerie, der größten nicht staatlichen Ölverarbeitungsanlage Russlands, ist in der westsibirischen Region Tjumen ein Feuer ausgebrochen. Ursache seien Verfahrensverstöße an einer Reinigungsanlage, teilen die örtlichen Behörden über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Berichte über einen ukrainischen Drohnenangriff weisen sie zurück. Die Feuerwehr sei mit den Löscharbeiten beschäftigt, Opfer gebe es nicht.

17-Jährige soll Soldaten im Auftrag Russlands vergiftet haben

Eine 17-Jährige soll nach Kontakt mit russischen Geheimdiensten einen ukrainischen Soldaten vergiftet haben. Der Fall steht für eine wachsende Bedrohung, die Sicherheitsbehörden zunehmend alarmiert.

Ukrainische Drohnen nehmen erneut Sankt Petersburg ins Visier

Am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg haben die ukrainischen Streitkräfte die Millionenstadt erneut unter Beschuss genommen. Gouverneur Alexander Beglow und der Zivilschutz informierten die Menschen über einen "großangelegten Angriff durch militärische Drohnen". Die Flugabwehr sei aktiv. Schon am Mittwoch, dem ersten Tag des Wirtschaftsforums, bildeten sich nach dem Angriff auf eine Ölraffinerie schwarze Rauschwolken am blauen Himmel über der Altstadt, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört.

"Gemäß den Empfehlungen des Einsatzstabs bitte ich die Einwohner von Sankt Petersburg, in ihren Wohnungen zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen", schrieb der Gouverneur bei Telegram. "Es kann zu Unterbrechungen des mobilen Internets kommen." Auf dem für die internationalen Gäste des Forums wichtigen Flughafen Pulkowo gab es am früheren Morgen zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Gefahr.

Im Leningrader Gebiet um Sankt Petersburg (früher Leningrad) meldete Gouverneur Alexander Drosdenko ebenfalls Drohnenalarm. Die Flugabwehr habe 141 Drohnen abgeschossen. Demnach kam es zu Bränden. Auch im von der russischen Kriegsmarine genutzten Ostseehafen von Kronstadt habe es Angriffe gegeben, hieß es.

Berichte über Drohnenschläge gab es zudem aus dem Gebiet Krasnodar im Süden sowie aus anderen Teilen Russlands. Auch der Hafen von Mariupol in dem von Moskau annektierten Gebiet Donezk sei betroffen, hieß es. Nach Explosionen seien Öldepots in Brand geraten, berichteten Medien. In sozialen Netzwerken kursierten von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüfbare Videos, auf dem große Feuer und Rauchwolken zu sehen waren.

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Ukraine greift Russland mit hunderten Drohnen an

Russland hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zum Samstag hunderte ukrainische Drohnen abgefangen, darunter dutzende in der Nähe der Stadt Sankt Petersburg, die derzeit ein internationales Wirtschaftsforum ausrichtet. "Über der Region Leningrad wurden 86 Drohnen abgeschossen. Die Kampfhandlungen dauern an", erklärte der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, am Samstag. Die Region Leningrad beherbergt neben der Großstadt Sankt Petersburg auch wichtige Häfen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte in der Nacht auf Samstag mit, die Luftabwehr habe insgesamt 376 ukrainische Drohnen "über den Regionen Belgorod, Brjansk, Kaluga, Kursk, Leningrad, Nowgorod, Orjol, Pskow, Rostow, Rjasan, Smolensk, Twer und Tula, der Region Moskau, der Republik Krim, der Republik Abchasien" sowie über dem Asowschen und dem Schwarzen Meer abgeschossen.

Der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, erklärte, neun Drohnen, die in Richtung der Hauptstadt unterwegs waren, seien abgefangen worden. In der südrussischen Stadt Ust-Labinsk löste ein Drohnenangriff den örtlichen Behörden zufolge einen Brand in einem Öldepot aus.

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