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Russland rekrutiert Afrikaner für Ukraine-Krieg: Nun wehrt sich Kenia

2 months ago 36

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Die Familien fordern ein stärkeres Engagement für die Heimkehr der Rekruten. Doch die afrikanischen Regierungen hüteten sich bisher davor, im Krieg in der Ukraine offen Partei zu ergreifen – sie wollen Moskau nicht verärgern, auch aus Dankbarkeit, dass die Sowjetunion früher viele einheimische Unabhängigkeitsbewegungen unterstützte.

Kenias Außenminister wendet sich an "Supermacht" Russland

Mudavadi hatte vor seiner Reise nach Moskau deshalb erklärt, er wolle "pragmatisch und realistisch" vorgehen. Russland sei eine "Supermacht", mit der Nairobi seit Langem Beziehungen unterhalte. Im Februar gab Ghana bekannt, dass mehr als 50 Ghanaer im Ukraine-Krieg getötet wurden, nachdem sie "in den Kampf gelockt" worden waren. Ghanas Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa sagte Reuters, die tatsächliche Zahl könnte höher liegen. Auch er sprach davon, dass dies enden müsse.

Die meisten afrikanischen Regierungen dürften aber dem vorsichtigen Ansatz
Südafrikas folgen, das ebenfalls betroffen ist. "Wir untersuchen, unter welchen Umständen die Menschen das Land verlassen haben", sagte Zane Dangor, Generaldirektor des südafrikanischen Außenministeriums, Reuters. "Die Untersuchung wird auch klären, ob die Wagner-Gruppe beteiligt war", sagte er mit Blick auf die russische Söldnertruppe, die in Afrika aktiv war und später vom kremlnahen Afrika-Korps abgelöst wurde.

Dangor erklärte, die bisherigen Beweise deuteten nicht auf eine Beteiligung des russischen Staates hin. Überraschend ist dies nicht: Südafrika ist ein Verbündeter Russlands etwa als Teil der Brics-Staaten und hat sich trotz Drängens auch der Bundesrepublik nie auf die Seite der überfallenen Ukraine geschlagen.

Doch das Thema zieht nun größere Kreise. Inpact, eine in Genf ansässige Organisation, die die russischen Rekrutierungsnetzwerke untersucht hat, hat mehrere von ihr erhaltene Listen von Rekruten verifiziert, darunter eine mit detaillierten Angaben zu 1.417 Bürgern aus Afrika. Kamerun, Ägypten und Ghana gehörten danach zu den Ländern mit den meisten Rekruten, hieß es in einem im Februar veröffentlichten Bericht. Die
Rekrutierung von Afrikanern sei der Kern einer gezielten Strategie, um die Zahl der Soldaten zu erhöhen, die die ukrainischen Verteidigungslinien mit Angriffswellen überrennen sollen, erklärte Inpact. Russland hatte bereits mehrere Tausend Söldner aus Nordkorea eingesetzt.

"Wir glauben, dass wir mit diesen Zahlen erst an der Oberfläche kratzen", sagte Lou Osborn, ein Mitglied von Inpact. Seit der Veröffentlichung des Berichts hätten sich mehr als 40 Familien an die Organisation gewandt und die Rekrutierungsmethoden bestätigt, sagte er. Ghanas Außenminister Ablakwa kündigte an, das Thema mit anderen afrikanischen Ländern als kontinentales Problem anzugehen.

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