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Neue Technik: Ukraine verkürzt Weg zum Drohnenschlag um 90 Prozent

3 days ago 6

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Neue Technik

Ukraine verkürzt Weg zum Drohnenschlag um 90 Prozent


Aktualisiert am 06.06.2026 - 21:03 UhrLesedauer: 3 Min.

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Ukrainischer Soldat am Laptop: Satellitendaten kommen deutlich schneller an die Front. (Quelle: IMAGO/Dmytro Smolienko/imago)

Ukrainische Soldaten können russische Ziele inzwischen per Satellitenbild auf dem Smartphone ausfindig machen. Das verkürzt den Weg zum Drohnenangriff drastisch.

Die ukrainische Armee hat Entscheidungen im Drohnenkrieg so weit an die Front verlagert wie offenbar kein anderes Militär zuvor. Einheiten an der Front können mit ihren Smartphones, Tablets und Laptops Ziele anhand kommerzieller Satellitenbilder ausfindig machen – und dadurch deutlich schneller angreifen. Auch bei der Auswahl neuer Drohnen setzt Kiew inzwischen auf mehr Eigenverantwortung der Einheiten.

Nach Angaben des "Wall Street Journal" nutzen ukrainische Einheiten neuerdings hochauflösende Aufnahmen des US-Unternehmens Vantor, die direkt auf Geräte der Soldaten übertragen werden. In bestimmten Missionen konnte so die Zeit, um russische Ziele zu finden und anzugreifen, um bis zu 90 Prozent verkürzt werden.

Satellitenbilder kommen direkt an die Front

Kommerzielle Satellitenbilder wurden lange vor allem genutzt, um Kartendienste zu aktualisieren. In der Ukraine erhalten sie nun eine direkte militärische Funktion an der Front. Die Bilder werden durch Software ergänzt, mit der Soldaten Veränderungen an Orten erkennen und Ziele untersuchen können.

Wie die Zeitung schreibt, verzögerte eine zentrale Prüfung in Kiew die Weitergabe solcher Informationen an die Front früher oft um Stunden oder Tage. Vantor-Bilder sollen dagegen teils innerhalb von 15 Minuten verfügbar sein.

Satellitensensoren erkennen Fahrzeuge

Das "Wall Street Journal" schildert einen Einsatz im Südosten der Ukraine. Eine kleine Einheit vermutete Aktivitäten in einem Gebäude, das von dichtem Baumbewuchs verdeckt war. Eine Aufklärungsdrohne konnte durch das Laub kaum etwas erkennen. Satellitensensoren zeigten jedoch gepanzerte Fahrzeuge um das Gebäude herum.

Nach drei Tagen Überwachung aus dem Orbit kam die Einheit zu dem Schluss, dass es sich um einen Treffpunkt russischer Militärplaner handelte. Anschließend griffen die Soldaten das Gebäude und die Fahrzeuge mit einer Kampfdrohne an. "Das war gute Arbeit. Wir haben unserem Feind Probleme bereitet", sagte ein beteiligter ukrainischer Soldat.

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Auch bei einer anderen Mission spielten die Satellitendaten eine zentrale Rolle. Eine ukrainische Einheit untersuchte demnach ein Gelände in der besetzten Ukraine, dessen Gebäude früher zur Lagerung von Getreide genutzt worden waren. Erst der Vergleich neuer Satellitenbilder mit älteren Aufnahmen zeigte Veränderungen auf dem Gelände. Frische Reifenspuren deuteten auf Militärfahrzeuge hin. Die ukrainische Brigade 422 setzte daraufhin Angriffsdrohnen ein – und traf ein russisches Munitionslager.

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