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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayDonald Trump will unbedingt ein Rahmenabkommen mit dem Iran schließen, aus dem dann Verhandlungen hervorgehen. Was folgt daraus für die instabile Region, die mehr denn je eine Ordnungsmacht bräuchte, die nicht nur an sich denkt?
Nehmen wir mal an, dass Donald Trump und die Mullahs wie angekündigt in den nächsten Tagen wirklich ein tragfähiges Abkommen unterzeichnen und dann die Verhandlungen über die tiefenscharfen Probleme anfangen können. Was bedeutet das und was folgt daraus für die Verhältnisse im Nahen Osten?
Es bedeutet jedenfalls, dass die Waffen ruhen. Danach dürften Nachkrieg und Unfrieden herrschen, denn ein Frieden, der die Bezeichnung verdient hätte, ist in dieser Region nicht zu erwarten. Es bedeutet auch, dass die USA unter Donald Trump Ordnungsmacht bleiben werden, aber an Renommee verloren haben.
Die Staaten am Golf wissen jetzt, dass die USA ihnen nicht den Schutz vor iranischen Drohnen und Raketen bieten können, den sie sich erhofft hatten. Sie sind in der gleichen Lage wie die Europäer – sie müssen selbst schauen, wo sie bleiben, militärisch wie politisch. Und sie müssen für sich definieren, wo der Hauptfeind sitzt.

Zur Person
Gerhard Spörl interessiert sich seit jeher für weltpolitische Ereignisse und Veränderungen, die natürlich auch Deutschlands Rolle im internationalen Gefüge berühren. Er arbeitete in leitenden Positionen bei der Wochenzeitung "Die Zeit" und dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", war zwischendurch Korrespondent in den USA. Heute schreibt er Bücher, am liebsten über historische Themen.
Wie verhalten sich die Regionalmächte gegenüber dem Iran?
Wie es aussieht, fällt die Wahl unterschiedlich aus. Saudi-Arabien tendiert zu Israel als dem größten Problem für die Petro-Staaten, weil es ohne Rücksicht auf irgendein aktuelles oder potenzielles Bündnis seine Interessen mit Kriegen an mehreren Fronten beibehält.
Die Emirate hingegen neigen dazu, den Iran für die größte Bedrohung für ein irgendwie geartetes Gleichgewicht in dieser Region zu halten. Eine konzertierte Aktion von Ägypten über Jordanien bis zu Oman und die Ölstaaten ist nicht zu erwarten.
Israel unter Benjamin Netanjahu ist die große Unbekannte in der Gleichung, die Donald Trump anstellt. Netanjahu machte Anstalten, Libanon so weitgehend zu besetzen, dass daraus bleibende Abhängigkeit hätte entstehen können. Zum Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA soll aber die anhaltende Waffenruhe im Libanon gehören.
Was macht Netanjahu? Lässt er die Waffen für die Dauer der Verhandlungen, die auf 60 Tage angesetzt sind, wirklich ruhen? Wohl kaum, denn die Interessen Israels sind nicht mehr im Gleichklang mit den US-amerikanischen Interessen. Wie gestern wird er auch jede andere Gelegenheit zu Luftschlägen gegen die Hisbollah nutzen.


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