PROTECT YOURSELF with Orgo-Life® QUANTUM TECHNOLOGY
Orgo-Life the new way to the future Advertising by Adpathway
G7-Gipfeltreffen 2025, damals in in Kananaskis, Kanada: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Kanadas Premierminister Mark Carney, US-Präsident Donald Trump, der britische Premierminister Keir Starmer und Bundeskanzler Friedrich Merz (v. l. n. r.). (Quelle: Suzanne Plunkett)
Die bange Frage dieses G7-Gipfels lautet nicht, welche Beschlüsse gefasst werden. Sondern: Welchen Donald Trump bekommen die anderen Staats- und Regierungschefs zu sehen? Ein Überblick über das Treffen in Évian-les-Bains.
Florian Schmidt und Bastian Brauns berichten aus Évian-les-Bains
Das berühmteste Exportgut aus Évian-les-Bains am Fuße der französischen Alpen wird als besonders rein und beruhigend angepriesen: Sechs Millionen Flaschen Evian-Wasser produziert der Mutterkonzern Danone dort jeden Tag. Wenn sich ab diesem Montag die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten hier am Ufer des Genfer Sees treffen, geht es zwar weniger um Wellness und Durstlöschen – Entspannung aber, vor allem in der Geopolitik, dürften sich viele Teilnehmer durchaus erhoffen.
Selten war die Weltlage auf so vielen Ebenen derart aufgeheizt. Ob Donald Trumps Zölle, Wladimir Putins Invasion in der Ukraine, die explosive Lage im Iran und im Nahen Osten oder die immer stärker kriselnde Weltwirtschaft – an diesem über Kilometer weiträumig abgesicherten Gipfelort sollen im besten Fall Lösungen entstehen. Im schlechtesten Fall taumelt die Welt weiter ins Chaos.
Was also ist konkret zu erwarten von dem Treffen? Wer kommt alles? Und: Welche Rolle spielt vor allem US-Präsident Donald Trump? t-online liefert den kompakten Überblick:
Wer kommt alles zum G7-Gipfel?
In Évian-les-Bains kommen die Staats- und Regierungschefs der sogenannten G7-Staaten zusammen, also die Gruppe der sieben führenden westlichen Industrienationen. Neben US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz sind das der britische Premierminister Keir Starmer, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Kanadas Premierminister Mark Carney sowie der Gastgeber Emmanuel Macron. Neu mit dabei ist die japanische Premierministerin Sanae Takaichi, die vergangenes Jahr ihren Vorgänger Shigeru Ishiba abgelöst hat. Ergänzt wird die Runde traditionell außerdem durch die Spitzen der Europäischen Union, EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Auffällig an diesem Gipfel ist, dass die G7 nicht zum ersten Mal versuchen, größer zu wirken als sie sind. Während die wirtschaftliche Bedeutung im Verhältnis zu den sogenannten Brics-Staaten, den Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, weiter schrumpft, setzt Macron auf eine erweiterte Runde. Als offizielle Partnerländer sind darum Indien, Brasilien, Kenia, Ägypten und Südkorea eingeladen. Dem Format soll so mehr geopolitisches Gewicht verliehen werden. Und das nicht ohne Grund: Viele globale Herausforderungen – von Handel über Rohstoffe bis zur Entwicklungspolitik – können die klassischen G7-Staaten längst nicht mehr alleine bewältigen.
Interessant ist die Gästeliste auch jenseits der offiziellen Partnerländer. Mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wird einer der wichtigsten Verbündeten Europas erwartet. Laut einem Regierungsbeamten aus dem Weißen Haus wird Donald Trump am Dienstag an einem gemeinsamen Arbeitstreffen mit Selenskyj und den übrigen G7-Chefs teilnehmen.
Weitere Gäste beim Gipfel sind Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani und der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohamed bin Zayed Al Nahyan. Damit sind zwei Schlüsselfiguren einer Region eingeladen, die durch den Krieg zwischen dem Iran, Israel und den USA derzeit stärker im Fokus steht als jede andere.
Worum geht es bei dem Treffen?
Frankreich wollte den Gipfel ursprünglich unter das Motto wirtschaftlicher Sicherheit stellen. Im Zentrum standen dabei Fragen nach widerstandsfähigeren Lieferketten, der Zugang zu kritischen Rohstoffen, der Umgang mit Chinas wirtschaftlichem Einfluss sowie gemeinsame Regeln für neue Technologien und Künstliche Intelligenz. Besonders die Abhängigkeit von chinesisch kontrollierten Lieferketten bei Seltenen Erden und Hightech-Produkten beschäftigt die westlichen Industrienationen seit Jahren und wird auch in Évian zu den wenigen Themen gehören, bei denen noch ziemlich breite Einigkeit zwischen den G7-Staaten besteht.
Doch die Weltlage hat Macrons ursprüngliche Agenda weitgehend überholt. Bei Vorabgesprächen in Berlin und Washington wurde klar, dass die Diplomaten damit rechnen, dass insbesondere der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran sowie die Folgen der Sperrung der Straße von Hormus nahezu jede Diskussion dominieren werden. Die Schließung der wichtigsten Öl- und Handelsroute der Welt hat Energiepreise, Transportkosten und Inflationssorgen wieder nach oben getrieben.
Trumps jüngste Ankündigung einer Vereinbarung zwischen dem Iran und den USA, die an diesem Freitag in der Schweiz unterschrieben werden soll, fand darum schon vor dem Gipfel viel Zuspruch der anderen Staats- und Regierungschefs. Ungeachtet einer möglichen anstehenden Lösung des Konflikts wird es in Évian aber trotzdem um die wirtschaftlichen Konsequenzen des Konflikts gehen. Denn viele der zuletzt stark gestiegenen Preise – für Öl, Dünger, teils bereits Nahrungsmittel – werden nicht über Nacht wieder fallen.
Das zweite zentrale geopolitische Thema beim Gipfel ist die Ukraine. In der Nacht vor dem Beginn des Treffens hat Russland die Ukraine einmal mehr mit heftigen Raketen- und Drohnenangriffen schwer getroffen. Zwar haben die Europäer inzwischen einen Großteil der finanziellen Unterstützung für Kiew selbst übernommen, weil die Trump-Regierung sich immer weiter herausgezogen hat. Doch der Krieg bleibt trotz des Iran ein zentraler Faktor des Gipfels. Dafür spricht auch, dass Macron nicht nur Donald Trump, sondern auch Wolodymyr Selenskyj im Anschluss an den Gipfel nach Versailles zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen hat.
Ob es angesichts der Fülle von Themen eine gemeinsame Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs geben wird, ist bis zuletzt noch offen geblieben. Gab es bei früheren Gipfeltreffen der G7 immer ein solches Dokument, fiel die Erklärung vergangenes Jahr in Kanada aus – weil die Trump-Regierung nicht mitmachen wollte. Vorab rechnen Beobachter damit, dass es auch dieses Jahr wieder so laufen könnte.
Was ist aus deutscher Sicht wichtig?
Für Kanzler Friedrich Merz ist es der zweite Gipfel dieser Art, nachdem er vergangenes Jahr schon im kanadischen Kananaskis mit von der Partie war. Merz dürfte beim G7-Gipfel darauf dringen, dass jetzt, wo ein Friedensabkommen mit dem Iran in greifbarer Nähe ist, die Ukraine wieder stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit von US-Präsident Trump rückt. In deutschen Regierungskreisen hieß es Ende vergangener Woche: "Die Ukraine ist heute in einer neuen Position der Stärke." Russland könne militärisch nicht siegen. "Hier kann sich erstmals langsam ein Fenster für Diplomatie öffnen."
Wie es jedoch zu Gesprächen mit Russland kommen kann – und vor allem: Wer daran neben der Ukraine, Russland und den USA potenziell teilnimmt –, ist noch offen. Zu erwarten ist deshalb, dass Merz, gemeinsam mit den anderen Europäern, darum wirbt, ebenfalls Teil möglicher Verhandlungen zu sein.
Unabhängig davon muss es für Deutschland auch darum gehen, die Amerikaner im Rahmen der Nato an der Seite Europas zu halten. Zuletzt hatten Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth mehrfach den Abzug von Truppen aus Europa angekündigt – was angesichts der russischen Bedrohung an der Nato-Ostflanke ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Das G7-Treffen könnte damit für Merz, Macron und Co. zu so etwas wie einem Vorbereitungstreffen für den Nato-Gipfel in Ankara Mitte Juli werden.
Was für eine Rolle spielt Trump?
Über kaum einen Teilnehmer wird in Évian so viel gesprochen wie über Donald Trump. Französische Diplomaten haben die Gipfelplanung schon seit Monaten darauf ausgerichtet, offene Konfrontationen mit dem US-Präsidenten möglichst zu vermeiden. Der Beginn wurde unter anderem wegen des 80. Geburtstags von Trump leicht nach hinten verschoben. Die Einladung in das prunkvolle Versailles galt schon lange als zusätzliches Lockmittel, damit Trump überhaupt kommt. Hinter den Kulissen lautet die zentrale Frage deshalb tatsächlich weniger, welche Beschlüsse auf dem G7-Gipfel gefasst werden, sondern wie provokant Trump wohl in Évian auftreten wird.
Experten erwarten, dass Trump versuchen könnte, die Debatte weg von Macrons wirtschaftspolitischer Agenda und hin zu den Konflikten im Nahen Osten oder zu seinen eigenen außenpolitischen Initiativen zu lenken. Der US-Präsident kommt mit dem Rückenwind des Erfolgs aus Washington angereist. Sollte ein Deal mit dem Iran und vor allem eine Wiederöffnung der Straße von Hormus wirklich zustande kommen, wird er sich dafür feiern lassen wollen. Nach der gigantisch inszenierten Kampfnacht vom Sonntag vor dem Weißen Haus dürfte Trump den G7-Gipfel als nächste Arena für sich nutzen.
Für Gastgeber Macron bedeutet das Chance und Risiko zugleich. Einerseits könnte ein diplomatischer Durchbruch im Iran-Konflikt die Spannungen innerhalb der G7 entschärfen und den Fokus wieder stärker auf das wichtigste Anliegen der Europäer, die Ukraine, lenken. Andererseits besteht die Gefahr, dass der gesamte Gipfel, wie schon oft geschehen, zu einer Bühne für Trumps eigenwillige Show wird. Viele Beobachter rechnen damit, dass vor allem Trumps Signale den Gipfel prägen werden. Welche Botschaften sendet er an den Iran, an Russland, China und auch an die Verbündeten selbst?


1 week ago
9
















English (US) ·
French (CA) ·
French (FR) ·