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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayNach dem G7-Beschluss zur Freigabe strategischer Ölreserven hat der US-Präsident Drohungen gegen die EU widerrufen. Er habe nie vorgehabt, Dieselexporte zu stoppen.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, vsp Aktualisiert am 3. Oktober 2026, 1:14 Uhr
US-Präsident Donald Trump hat sich wenige Stunden nach einem Beschluss der G7-Staaten zur Freigabe strategischer Ölreserven von Drohungen distanziert, die USA könnten ihre weltweiten Dieselexporte beenden. Ein solcher Exportstopp habe niemals wirklich zur Debatte gestanden, sagte Trump am Freitag vor Reportern. Er werde einen solchen Stopp auch nicht verhängen. Trump sagte zudem, die USA hätten sehr gute Beziehungen zu Europa.
Damit widerspricht Trump früheren Äußerungen, in denen er angedeutet hatte, die USA könnten ihre weltweiten Dieselverkäufe aussetzen, um das Dieselangebot im eigenen Land zu erhöhen und so die Spritpreise für Amerikaner zu senken. Die Drohung hatte EU-Staaten in Alarmbereitschaft versetzt, die rund die Hälfte ihrer Dieselimporte aus den USA beziehen.
In Reaktion auf den Druck vonseiten der USA hatten die G7-Industrieländer am Freitag beschlossen, 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus strategischen Reserven freizugeben. Die G7-Staaten hoffen, mit der Freigabe von Reserven das Dieselangebot zu erhöhen und so die Preise zu senken.
Die Freigabe soll sofort beginnen und sich über vier Monate erstrecken, wobei eine erhebliche Dieselmenge innerhalb der ersten 20 Tage freigegeben werde. Zu den G7-Staaten zählen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, die USA und Kanada.
Trump lobte die Entscheidung. »Europa hat gerade zugestimmt, eine massive Menge seiner heftigen Dieselölvorräte freizugeben. Der Prozess wird sofort beginnen«, schrieb der US-Präsident auf seiner Online-Plattform.
Ökonomen erwarten nur kurzfristigen Preiseffekt
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, der Beschluss stelle kein Risiko für die Energieversorgung dar. Es bleibe immer noch genug Diesel in der Reserve, um die laufende Versorgung zu sichern.
Einige Ökonomen bezweifeln jedoch, dass die Maßnahme die Preise dauerhaft senken wird. Die Freigabe sei ähnlich wie der Tankrabatt nur ein Pflaster, das kurzfristig Linderung verschaffen könne, sagte Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. »Es kann eine Weile lang etwas abfedern, aber die grundlegende Problematik bleibt weiterhin bestehen.«
Entscheidend für Autofahrer sei zudem, wie groß der Dieselanteil der freigegebenen Reserven sei, sagte Sultan. Das gehe aus der Mitteilung der G7 nicht hervor. Denn durch die Lage in der Straße von Hormus wird nicht nur der Ölexport eingeschränkt, auch wichtige Raffinerien sind vom Weltmarkt abgeschnitten.
In den USA sind die hohen Spritpreise für Trump und seine regierenden Republikaner zu einem politischen Problem geworden. Die Partei befindet sich rund einen Monat vor den wichtigen Zwischenwahlen im November in einem Umfragetief. Vor allem bei Diesel bleibt die Versorgungslage wegen beschädigter Raffinerien und weiterer Ausfälle angespannt.


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