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Sachsen-Anhalt: Sven Schulze und Ulrich Siegmund liefern sich kontroverses TV-Duell

6 days ago 3

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Sven Schulze verteidigt seine Regierungsbilanz, Ulrich Siegmund wirbt für einen grundlegenden Kurswechsel. Auch eine persönliche Spitze sorgt für Streit.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, , Aktualisiert am 26. August 2026, 23:38 Uhr

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 Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Sven Schulze (rechts), und der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in der Sendung »Fakt ist!« des MDR
Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Sven Schulze (rechts), und der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in der Sendung »Fakt ist!« des MDR © Ronny Hartmann/​Getty Images

Der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund haben sich im Mitteldeutschen Rundfunk ein kontroverses TV-Duell geliefert. In der MDR-Sendung Fakt ist! drehte sich die Diskussion um die Umfragewerte vor der Landtagswahl, bundespolitische Themen, den Umgang mit der AfD und die Frage, ob die Partei bereits regierungsfähig ist.

Zu Beginn des Duells kritisierte der Ministerpräsident die AfD und verwies auf aus seiner Sicht fehlende Antworten der Partei auf aktuelle Probleme sowie auf ihr Frauenbild. »Er schafft ein Gefühl, er sagt, alles ist möglich«, sagte der Regierungschef über Siegmund. Das sei eine Aussage, »die würde ich nie auf meine Plakate schreiben, weil: Es ist nicht alles möglich.«

Zudem warnte Schulze vor dem Einfluss der Bundesparteivorsitzenden Alice Weidel auf den sachsen-anhaltischen Landesverband. »Ich möchte nicht, dass Sachsen-Anhalt aus der Schweiz regiert wird!«, sagte Schulze.

Siegmund entgegnete, die AfD habe einen »klaren Plan« für das Land, und warf Schulze eine »abgehobene Perspektive« vor. Die Umfragewerte vor der Wahl wertete der 35-Jährige als Rückenwind für seine Partei. »Wir sind auf dem richtigen Weg«, sagte Siegmund. Die Menschen hätten genug davon, »bevormundet zu werden«, sagte er. Seine Partei wolle unter anderem die Migration »neu ordnen«, sagte er. Dadurch würden Mittel für andere Investitionen, etwa in Krankenhäuser, frei.

Minderheitsregierung könnte auf Linke angewiesen sein

Die Debatte verlief konfrontativ. Schulze und Siegmund fielen sich gegenseitig ins Wort und stritten sowohl über die Korrektheit einzelner Argumente als auch über den Umgang miteinander. Viel Raum nahm zudem die Bundespolitik unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) ein. Schulze sprach sich dafür aus, die Interessen Sachsen-Anhalts im Bund stärker zu vertreten. 

Thema war außerdem die Einschätzung des Verfassungsschutzes, wonach die AfD in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem gilt. Auf die Frage, ob er Siegmund rechtsextrem nennen würde, wich Schulze aus. Er wolle nicht beurteilen, was Siegmund als Person angehe. Zugleich kritisierte er, dass sich Siegmund nicht klar von einem Foto des Vorsitzenden des AfD-Landesverbandes in Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, distanziert habe, auf dem dieser den Hitlergruß gezeigt haben soll. Siegmund bezeichnete den Vorwurf als Floskel.

Auf die Frage, ob die CDU den bisherigen Ausschluss einer Zusammenarbeit mit der Linken aufgeben würde, wich Schulze aus. »Ich werde mich niemals von irgendjemandem abhängig machen«, sagte Schulze. Laut der jüngsten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD kommt die AfD auf 42 Prozent, die CDU auf 22 Prozent, die Linke auf elf Prozent, die SPD auf acht Prozent und die Grünen auf sechs Prozent. Eine CDU-geführte Minderheitsregierung mit SPD und Grünen könnte auf Unterstützung der Linken angewiesen sein.

Grüne, SPD und FDP fordern Bündnis der Mitte

Für Diskussion sorgte eine Äußerung Siegmunds über Schulze. Der AfD-Spitzenkandidat bezeichnete den Ministerpräsidenten als »Flachzange«, unterschied aber zwischen Person und Politik. Menschlich würde er Schulze nicht so nennen, politisch schon. Hintergrund war eine Äußerung Alice Weidels, die am Wochenende alle Regierenden in Deutschland pauschal als »Flachzangen« bezeichnet hatte. Schulze kritisierte die Wortwahl. Es gebe »ein gewisses Niveau«, das eingehalten werden solle.

Bei der anschließenden Diskussion mit mehreren Spitzenkandidatinnen und -kandidaten sagte die Grünenpolitikerin Susan Sziborra-Seidlitz, man werde alles dafür tun, dass es eine demokratische Mehrheit und eine handlungsfähige Regierung gebe. FDP-Landeschefin Lydia Hüskens betonte, die Liberalen stünden für Bündnisse in der Mitte zur Verfügung. Eine Zusammenarbeit mit ganz Rechts und Links lehne man ab. BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sagte, es wäre schade, wenn die »Brandmauerparteien« weiter regierten.

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann sagte, das Land habe sich unter Koalitionsregierungen gut entwickelt. Er warb für einen Austausch innerhalb »des demokratischen Spektrums«. Linken-Fraktionsvorsitzende Eva von Angern verwies darauf, dass die schwarz-rot-gelbe Regierung nach der Wahl am 6. September keine Mehrheit mehr haben werde. »Aber die gute Nachricht ist doch, es gibt eine demokratische Mehrheit«, sagte von Angern. Man stehe gemeinsam in der Verantwortung.

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