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Unser Herausgeber Stephan Lebert kennt Sabine Rückert seit Jahrzehnten – doch noch immer hat er jede Menge Fragen an sie. Er stellt sie ihr regelmäßig. Folge IV: Über das Gewissen
Artikel aus ZEIT Verbrechen
Erschienen in
ZEIT Verbrechen Nr. 40/2026
Artikelzusammenfassung
Das Gewissen steht im Zentrum dieses Gesprächs über den perfekten Mord. Sabine Rückert sagt zunächst, dass sie sich einen Mord nur in Extremsituationen vorstellen könne, etwa um eine Gefahr für andere zu stoppen, während manche Täter aus Habsucht oder Hass offenbar ohne erkennbare Reue weiterleben. Danach schildert sie einen seltenen Fall, in dem ein Sexualmörder eine unaufklärbare Mordserie gestand, was sie weniger als Wirkung des Gewissens denn als Folge von Einsamkeit und psychischer Not deutet. Anschließend beschreibt sie das Gewissen als früh angelegten moralischen Kompass, der sich in einem von Gewalt und Missbrauch geprägten Umfeld verschieben kann, und verweist zugleich auf Beichte, Suizide von Verurteilten und Freigesprochenen sowie die große Abhängigkeit vom Einzelfall. Zum Schluss erklärt Rückert, sie bewundere Truman Capotes "Kaltblütig", würde ein ähnliches Buch aber nicht schreiben, weil Capotes Umgang mit einem Mörder und dessen Folgen für sein eigenes Leben für sie ebenfalls eine Frage des Gewissens sind.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Dieses Gespräch ist Teil 4 der Interviewreihe »Kurzer Prozess« mit Stephan Lebert und Sabine Rückert aus unserem Magazin ZEIT Verbrechen.
ZEIT Verbrechen: Angenommen, du begehst einen Mord ...
Sabine Rückert: ... du stellst Fragen ...
ZEIT Verbrechen: ... und du fädelst alles so perfekt ein, dass du dafür nicht zur Rechenschaft gezogen wirst. Der perfekte Mord: Könntest du damit leben? Oder würde dich irgendwann dein Gewissen einholen?
Rückert: Das kommt darauf an, wen es träfe. Ich weiß nicht, ob ich mit einem Mord auf dem Herzen leben könnte. Ich habe noch keinen begangen und gedenke es auch nicht zu tun.