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Geheime Milliarden treiben Putins Militärbudget nach oben
Aktualisiert am 14.06.2026 - 11:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Wladimir Putin (Archivbild): Der Wille des russischen Präsidenten zur Stärkung des Militärs könnte Vorrang vor der Verhinderung eines wirtschaftlichen Abschwungs haben. (Quelle: IMAGO/Russian President official \ apaimages/imago)
Eigentlich wollte Putin in diesem Jahr bei den Militärausgaben sparen, doch das Gegenteil ist offenbar der Fall. Berechnungen legen nahe, dass die Zahlen rasant ansteigen.
Im ersten Quartal 2026 haben die Militärausgaben Russlands mit 5,9 Billionen Rubel (etwa 70,4 Milliarden Euro) einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus auf Daten des Finanzministeriums beruhenden Berechnungen von Janis Kluge, Wissenschaftler der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), hervor. Demnach betrugen die Militärausgaben im ersten Quartal 2025 mit 4,5 Milliarden Rubel (etwa 53,7 Milliarden Euro) 30 Prozent weniger als im ersten Quartal dieses Jahres. Die Gesamtausgaben für das erste Quartal lag bei 12,8 Billionen Rubel (152,7 Milliarden Euro), 46 Prozent der Gesamtausgaben wurden also für den militärischen Bereich verwendet.
Die russische Finanzverwaltung zeigte sich in den vergangenen Monaten zunehmend besorgt über den föderalen Haushalt und die Kriegskosten. Die aktuell von der Bildfläche verschwundene Zentralbankchefin Elwira Nabiullina soll sich ebenfalls gegen die hohen Kriegskosten von Putin ausgesprochen haben. Die Steuereinnahmen beliefen sich vor dem Hintergrund neuer Sanktionen, dem im Vorjahresvergleich etwas stärkeren Rubel und der sich abschwächenden Konjunktur im ersten Quartal laut Kluge auf lediglich 8,3 Billionen Rubel (99 Milliarden Euro). Im Jahr 2025 belief sich das Haushaltsdefizit nach Angaben des Kreml bis zum Jahresende trotz restriktiver Geldpolitik zur Senkung der Inflationsrate auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP).
Der Anstieg der Kosten ist laut Kluge hauptsächlich auf höhere "geheime Ausgaben" zurückzuführen. Diese seien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 43 Prozent gestiegen, schätzungsweise 85 Prozent davon würden für Militärausgaben verwendet werden.
Ursprünglich hatte das russische Verteidigungsministerium die geplanten Militärausgaben auf 14,9 Billionen Rubel für das gesamte Jahr 2026 gesenkt, so das Stockholm International Peace Research Institute.
Die "Moscow Times" berichtete zu Beginn des Jahres, dass die höheren Ausgaben durch höhere Steuern an die Bevölkerung weitergegeben würden. Bereits 2025 lagen die Steuereinnahmen dem Bericht zufolge mit etwa 36,6 Billionen Rubel (436,6 Milliarden Euro) unter dem ursprünglich erwarteten Wert von 40,3 Billionen Rubel (480,8 Milliarden Euro). Und so stieg der Mehrwertsteuersatz bereits ab dem 1. Januar 2026 beispielsweise von 20 auf 22 Prozent.


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