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Krise auf US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln": Marines 250 Tage auf See

3 weeks ago 8

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Unhaltbare Zustände auf Flugzeugträger

US-Soldaten wollen offenbar von Bord springen


13.08.2026 - 14:47 UhrLesedauer: 3 Min.

imago images 0413905052Vergrößern des Bildes

Ein Soldat hisst an Bord der "USS Abraham Lincoln" die US-Flagge (Archivbild): Der Flugzeugträger verließ im vergangenen November die USA. (Quelle: IMAGO/U.S. Navy/imago)

Seit mehr als acht Monaten ist die "USS Abraham Lincoln" unterwegs, ein Ende des Einsatzes ist nicht abzusehen. Angehörige berichten von Erschöpfung, Suizidgedanken und mehreren gefährlichen Vorfällen an Bord.

Mehrere Besatzungsmitglieder des US-Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" haben nach Angaben von Angehörigen versucht, über Bord zu springen. In mindestens einem Fall haben andere Seeleute einen Kameraden daran gehindert. Das berichten die militärnahen US-Medien "Military Times" und "Stars and Stripes".

Der Flugzeugträger mit rund 5.000 Soldaten an Bord hatte seinen Heimathafen im kalifornischen San Diego bereits am 21. November verlassen. Ursprünglich sollte der Einsatz im Mai enden. Doch die US-Marine verlängerte ihn – einen neuen Termin für die Rückkehr hat sie bislang nicht öffentlich genannt.

Die "USS Abraham Lincoln" war zunächst für einen Einsatz im Pazifik ausgelaufen, wurde dann aber in den Nahen Osten verlegt. Dort unterstützte sie US-Militäroperationen gegen den Iran. Nach Angaben der Navy hat die Besatzung 40 Tage ununterbrochene Kampfeinsätze absolviert und 250 Tage in Folge auf See verbracht.

Angehörige berichten von Suizidgedanken

Wie groß die psychische Belastung an Bord inzwischen ist, schilderten Angehörige vergangene Woche bei einem Treffen mit hochrangigen Vertretern der Navy in San Diego. Rund 200 Familienmitglieder nahmen laut "Military Times" daran teil. Eine Frau berichtete demnach unter Tränen von einer Nachricht ihres Mannes: "Er hofft, dass er morgen nicht mehr aufwacht", sagte Annabelle Loma.

Loma zufolge hat ihr Mann sogar versucht, von der "USS Abraham Lincoln" zu springen. Zuvor sei er wiederholt überlastet gewesen. Inzwischen befinde er sich unter medizinischer Beobachtung. "Er hat Angst", sagte Loma. Ihr Mann fürchte, unehrenhaft aus der Marine entlassen zu werden und nach 13 Dienstjahren seine Karriere zu verlieren.

Hinweis der Redaktion

Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Bei einem weiteren Vorfall bemerkte ein Wachposten nach Angaben seiner Ehefrau Maria Rodriguez, wie sich ein Kamerad darauf vorbereitete, über Bord zu springen. Ihr Mann habe ihn angesprochen, sei zu ihm gelaufen und habe ihn an den Armen gepackt und zurück auf das Deck gezogen. Drei weitere Besatzungsmitglieder seien zu Hilfe gekommen.

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