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Hisbollah beschießt Israels Norden mit Sprengstoff-Drohnen
Aktualisiert am 14.06.2026 - 11:38 UhrLesedauer: 29 Min.

Hisbollah-Kämpfer (Archivbild): Sie sollen Israel erneut angegriffen haben. (Quelle: Hussein Malla/AP/dpa)
Eine Einigung mit Iran scheint näher zu rücken. Teheran soll seine Uranlager mit Minen gesichert haben. Die Entwicklungen im Newsblog.
Sonntag, 14. Juni
Iran meldet Cyber-Angriff auf staatliche Banken
Ein Cyberangriff auf mehrere staatliche Banken im Iran hat elektronische Dienstleistungen massiv gestört. Online-Zahlungen fielen zeitweise vollständig aus. Der Banken-Koordinationsrat des Landes bestätigte laut Wirtschaftsportal Eghtesad-News die Vorfälle. Das Problem sei inzwischen aber behoben und der Onlineverkehr wieder normalisiert.
In Teheran berichteten zahlreiche Augenzeugen, dass in Supermärkten, Restaurants und auch an Tankstellen plötzlich keine Online-Zahlungen mehr möglich waren. Viele Beträge wurden daraufhin notiert, um sie später zu begleichen. Betroffen waren insbesondere vier große staatliche Banken sowie zahlreiche Geldautomaten in der Hauptstadt.
Eine iranische Hackergruppe hatte bereits am Samstag einen Angriff angekündigt. "Ein stiller Krieg entfaltet sich und Iran steht unter Cyberangriff", erklärte die Gruppe Black Wolves auf ihrem Telegram-Kanal. Bereits 2022 war es während der Frauenproteste zu einem massiven Angriff auf die iranische Zentralbank gekommen.
Auch die Überwachungskameras des berüchtigten Ewin-Gefängnisses in Teheran wurden damals gehackt und Aufnahmen veröffentlicht, die gewalttätige Übergriffe von Wachpersonal auf politische Gefangene zeigten. Die Hackerangriffe gelten als Form des digitalen Protests gegen das islamische System im Iran.
Hisbollah beschießt wohl Israels Norden mit Sprengstoff-Drohnen
Die libanesische Terrororganisation Hisbollah hat nach israelischen Angaben erneut den Norden Israels mit Sprengstoff-Drohnen angegriffen. Das israelische Militär teilte mit, es habe zwei Einschläge auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon gegeben. Niemand sei verletzt worden. Zuvor hatten in mehreren Orten an der Nordgrenze Warnsirenen geheult. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, eine Drohne sei im Bereich des Grenzorts Schlomi eingeschlagen. Von der Hisbollah gab es zunächst keine Reaktion.
Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich schrieb dazu in einem Post auf der Plattform X, der Angriff sei ein Test der "Dahija-Doktrin", die Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt habe. Dahija sind die Vororte Beiruts, die als Hochburg der pro-iranischen Terrororganisation Hisbollah gelten. Dort leben auch viele Zivilisten. Vor einer Woche hatte Israel die Vororte als Reaktion auf Hisbollah-Raketenfeuer auf den Norden des Landes angegriffen. Daraufhin reagierte der Iran mit Raketenangriffen auf Israels Norden.
Smotrich forderte von Netanjahu, "noch heute" Gebäude in Dahija zu zerstören. "Wir befinden uns in entscheidenden Tagen für die Gestaltung der Region auf viele Jahre hinaus", schrieb der rechtsextreme Minister. "Wir haben den Bewohnern des Nordens Sicherheit versprochen – und dieses Versprechen müssen wir einhalten!"
Iran soll Tunnel zu Uranlagern vermint haben
In den vergangenen Wochen hat nach Recherchen des US-Sender CNN der Iran seine Bemühungen, sein Lager an nahezu waffenfähigem Uran abzuschotten, drastisch verstärkt: Tunnel wurden gezielt zum Einsturz gebracht und Eingänge mit Sprengminen vermint. Das berichteten fünf mit US-Geheimdienstinformationen vertraute Quellen dem Sender.
Der Zugang zu den rund einer halben Tonne hochangereicherten Urans ist damit inzwischen deutlich schwieriger, gefährlicher und zeitaufwendiger als noch vor einem Monat. Damals hatte Präsident Donald Trump öffentlich angedeutet, er könne dem US-Militär befehlen, das Material sicherzustellen, sagten die Quellen.
Die neuen Befestigungsmaßnahmen der Iraner verleihen dem von der Trump-Regierung vorgeschlagenen Abkommen mit Teheran zur Entfernung und Vernichtung des Urans eine zusätzliche Komplexitätsebene. Zudem werfen sie die Frage auf, wer die gefährliche Aufgabe übernehmen wird, das Material überhaupt auszugraben und zu bergen.
Samstag, 13. Juni
Trump: Iran-Vereinbarung soll Sonntag unterzeichnet werden
In den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump für diesen Sonntag die Unterzeichnung einer Vereinbarung geplant. Unmittelbar danach solle die Straße von Hormus wieder geöffnet werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Trump machte dabei weder Angaben dazu, wie und wo die Vereinbarung unterzeichnet werden soll noch, von wem genau. Aus dem Iran gab es dafür zunächst keine Bestätigung, aber auch kein Dementi.
Zuletzt hatten sich die Zeichen auf eine mögliche baldige Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran bereits verdichtet. Dieses soll ein Ausgangspunkt für vertiefte Gespräche zwischen Washington und Teheran sein. Trump betonte in seinem Post, dass der Iran in diesem Zuge keine Gelder erhalten werde. Zu gegebener Zeit, wenn sich alles beruhigt habe, werde man in den Iran gehen und die verschütteten Uran-Vorräte des Irans bergen. Diese sollten dann verdünnt und vernichtet werden – "ob im Iran oder den in den Vereinigten Staaten".
Der iranische Außenamtssprecher Esmail Baghai sah die Möglichkeit einer ersten Übereinkunft mit den USA in den kommenden Tagen. "Wir waren noch nie so nah an einer Einigung, und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Absichtserklärung in den kommenden Tagen finalisiert wird", sagte Baghai laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna.
Teheran schließt Unterzeichnung von Friedensabkommen am Sonntag aus
Die iranische Regierung hat Staatsmedien zufolge die Unterzeichnung eines möglichen Friedensabkommens mit den USA an diesem Wochenende ausgeschlossen. "Wir müssen abwarten, bis das genaue Datum der Unterzeichnung feststeht", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, am Samstag der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Das werde "nicht morgen, am Sonntag", sonder eher "in den kommenden Tagen" der Fall sein.


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