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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayFür mehr als 23 Jahre muss ein abgesetzter Bürgermeister in der Türkei ins Gefängnis. Insgesamt sechs Oppositionelle wurden unter anderem wegen Bestechung verurteilt.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, tlf Aktualisiert am 24. August 2026, 19:18 Uhr
In der Türkei sind sechs ehemalige Bürgermeister der Opposition zu teils langen Haftstrafen verurteilt worden. In einem von Kritikerinnen und Kritikern als politisch motiviert gewerteten Verfahren wurde der ehemalige Bürgermeister des Istanbuler Bezirks Beşiktaş, Rıza Akpolat, etwa zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 23 Jahren und drei Monaten verurteilt, wie die
Nachrichtenagenturen Anadolu und DHA berichteten. Das Gericht in Istanbul verurteilte ihn demnach wegen Bestechung, Geldwäsche und der Manipulation von Ausschreibungen.
Neben ihm wurden fünf weitere ehemalige Bürgermeister DHA zufolge zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, ein weiterer wurde freigesprochen. Die Bürgermeister waren im Zuge der Ermittlungen abgesetzt worden.
Verhaftungswelle gegen oppositionelle Politiker
Im Mittelpunkt des Großprozesses, bei dem 200 Personen angeklagt waren, stand ein Geschäftsmann, dem die Staatsanwaltschaft unter anderem die Bildung eines kriminellen Netzwerks vorgeworfen hatte. Mit diesem Netzwerk soll er Bürgermeister und Führungskräfte von Gemeinden bestochen haben. Der Geschäftsmann wurde wegen Ausschreibungsmanipulation zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, vom Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde er DHA zufolge freigesprochen.
Der Prozess wurde in der Türkei auch vor dem Hintergrund einer Verhaftungswelle gegen oppositionelle Bürgermeister und der Festnahme des ehemaligen Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu aufmerksam verfolgt. İmamoğlu, der profilierteste Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, war im März 2025 verhaftet worden. Er muss sich in einem anderen Prozess unter anderem wegen Korruption und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht verantworten. İmamoğlu bestreitet die Vorwürfe. Der nun zu Ende gehende Prozess wurde vor diesem Hintergrund als politisch motiviert kritisiert. Die Regierung weist Einflussnahme auf die Justiz zurück.


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