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Großbritannien: Keir Starmer erwägt offenbar baldigen Rücktritt

1 week ago 10

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Britischer Premier erwägt offenbar baldigen Rücktritt


19.06.2026 - 22:34 UhrLesedauer: 3 Min.

France G7 SummitVergrößern des Bildes

Keir Starmer bei G7-Gipfel in Frankreich: Der britische Premier steht innenpolitisch unter hohem Druck. (Quelle: Isabel Infantes/ap)

Keir Starmer kämpft um sein politisches Überleben. Nach dem überraschend klaren Sieg seines Rivalen Andy Burnham denkt der Premier nun offenbar doch über einen Rücktritt nach.

Nach dem klaren Sieg seines parteiinternen Konkurrenten Andy Burnham bei einer Nachwahl in Nordengland droht dem britischen Premierminister Keir Starmer das politische Aus. Der Labour-Regierungschef erklärte zwar am Freitagmorgen, sein Amt nicht kampflos abgeben zu wollen. Doch der unerwartet hohe Sieg Burnhams, der Starmer erklärtermaßen als Parteichef und Premierminister ablösen will, dürften den angeschlagenen Regierungschef noch mehr in Bedrängnis bringen.

Nun berichtet die britische "Times", dass Starmer entgegen seiner Aussage doch über einen baldigen Rücktritt nachdenkt. Seine Entscheidung könnte demnach schon nach dem kommenden Woche fallen. Die Zeitung bezieht sich dabei auf anonyme Quellen. Starmer wolle sich dazu mit seiner Ehefrau und Familie besprechen. Zuvor soll Verkehrsministerin Heidi Alexander dem Premier bereits seinen Rücktritt nahegelegt haben.

Burnham greift nach dem Parteivorsitz bei Labour

Burnham, der bisher vor allem als populärer Bürgermeister von Manchester bekannt war, hatte am Donnerstag die Nachwahl für einen Sitz im britischen Unterhaus in nordenglischen Wahlkreis Makerfield klar mit knapp 55 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Sein stärkster Rivale Robert Kenyon von der rechtspopulistischen Partei Reform UK war mit 34,5 Prozent auf dem zweiten Platz gelandet. Umfragen hatten einen viel knapperen Ausgang vorhergesagt.

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Der 56-jährige Burnham hatte für den Sitz im Unterhaus kandidiert, weil dies eine Voraussetzung dafür ist, um sich um das Amt des Labour-Parteichefs bewerben zu können – und um das damit verknüpfte Amt des Regierungschefs. Sein Sieg sei "eine letzte Chance auf Veränderung" für die Labour-Partei, sagte Burnham in seiner Siegesrede. Die sozialdemokratische Partei hatte zuletzt bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai herbe Verluste einstecken müssen, vor allem die Rechtspopulisten von Nigel Farage profitierten von deren Schwäche.

Starmer-Herausforderer: "Dies ist der Moment des Wandels"

Starmer, dem die Niederlagen auch intern von vielen angelastet wurden, will aber als Regierungschef nicht zurücktreten. Wenn es eine Abstimmung über die Führung der Labour-Partei und damit auch über das Amt des Premierministers gebe, werde er kandidieren, sagte Starmer am Freitag erneut vor Journalisten. "Ich werde nicht weichen", betonte er. Zuvor hatte Starmer Burnham im Onlinedienst X zu seinem Wahlerfolg gratuliert.

"Dies ist der Moment des Wandels", sagte Burnham in seiner Siegesrede unter dem Jubel seiner Anhänger. "Wir werden Großbritannien einen neuen Weg weisen!" Und er betonte: "Wir sind seit 40 Jahren auf einem Weg, der für die Menschen und die Städte in diesem Teil der Welt einfach nicht funktioniert hat."

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