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Fußballweltmeisterschaft 2026: Kanada gewinnt das erste Sechzehntelfinale der WM-Geschichte

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Co-Gastgeber Kanada schlägt Südafrika mit einem späten Tor in der Nachspielzeit. Im Achtelfinale trifft das Team auf die Niederlande oder Marokko. Der Spielbericht

Quelle: DIE ZEIT, dpa, , Aktualisiert am 29. Juni 2026, 1:53 Uhr

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 Stephen Eustáquio (links) schoss Kanada zum Sieg im ersten WM-Sechzehntelfinale der Geschichte gegen Südafrika.
Stephen Eustáquio (links) schoss Kanada zum Sieg im ersten WM-Sechzehntelfinale der Geschichte gegen Südafrika. © Marcio Sanchez/​dpa

Südafrika – Kanada 0:1 (0:0)

Mitgastgeber Kanada hat als erstes Team der Geschichte ein WM-Sechzehntelfinale gewonnen und damit die nächste K.-o.-Runde erreicht. Im SoFi Stadium in Inglewood bei Los Angeles erlöste Stephen Eustáquio das Team von Nationaltrainer Jesse Marsch in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Als alles schon auf eine Verlängerung hindeutete, schoss der Mittelfeldspieler vom US-Klub Los Angeles FC den Ball mit einem platzierten Flachschuss ins linke untere Toreck. Im Achtelfinale treffen die Kanadier am nächsten Samstag in Houston entweder auf die Niederlande oder Marokko.

In der ersten Halbzeit sah das Publikum über weite Strecken ein ereignisarmes und zerfahrenes Spiel. Kanada war die bessere Mannschaft und wurde mehrmals nach Standards gefährlich. Vor allem bei hohen Bällen zeigte sich die afrikanische Mannschaft – inklusive Torwart Ronwen Williams – sehr unsicher.

Nach einem Eckball von Stephen Eustáquio kam Jonathan David in der 17. Minute frei zum Kopfball – setzte diesen aber rechts am Tor vorbei. Knapp fünf Minuten später vergab Derek Cornelius die Riesenchance zur kanadischen Führung. Nach einer Freistoßflanke kam der Innenverteidiger aus kurzer Distanz frei zum Kopfball. Weil er den Ball nicht richtig traf, konnte Williams die Situation erfolgreich klären.

Kanada feiert Einwechslung von Alphonso Davies

Kurz vor der Pause wurde es vor dem südafrikanischen Tor erstmals richtig gefährlich. Wieder sorgte ein ruhender Ball für Gefahr. Eustáquio brachte einen Eckball kurz vor den Fünfmeterraum. Südafrikas Torhüter zögerte und blieb auf der Torlinie. Dadurch kam Innenverteidiger Moïse Bombito aus sechs Metern frei zum Kopfball. Williams war geschlagen, aber Aubrey Modiba klärte für seine Mannschaft auf der Linie. Durch Zufall kam der Ball danach rechts zu Tajon Buchanan, der aus sieben Metern an Williams scheiterte.

Auf der anderen Seite wirkte das Spiel der Südafrikaner fahrig. Immer wieder verzettelten sich die Spieler im Offensivspiel und verpassten die richtigen Momente zum Abschluss. Bis zum ersten gefährlichen Torschuss dauerte es 62 Minuten. Oswin Appollis verzog jedoch aus etwa 18 Metern.

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Danach passierte wenig, bis in der 74. Minute Jubel in den kanadischen Reihen aufbrandete: Nachdem Alphonso Davies zunächst erneut nicht in der Startaufstellung gestanden hatte, wurde der Star vom FC Bayern München eingewechselt und leitete bereits zwei Minuten später eine Chance für Kanada ein. Er passte von der linken Seite an den Sechzehner zu Jonathan David, der direkt auf Promise David ablegte. Aber sein Schuss aus 19 Metern flog knapp am linken Torpfosten vorbei.

Nur eine Minute später tauchte Davies wieder auf der linken Seite auf. Er dribbelte in den Sechzehner und steckte den Ball im perfekten Moment zu David durch, der aus sieben Metern und spitzem Winkel abschloss. Williams war zur Stelle und konnte die Situation entschärfen. Kurz vor der regulären Spielzeit war Williams aber machtlos. Nach einer Flanke von rechts klärte Ime Okon unnötig per Kopf in die Mitte, sodass Eustáquio von der Strafraumkante per Volley zum Abschluss kam. Er setzte den Ball flach neben den linken Pfosten ins Tor.

Eustáquio widmet das Tor seiner Familie

Kanadas Matchwinner Eustáquio zeigte sich nach dem Spiel tief bewegt und widmete seinen Treffer seiner Familie. Unter Tränen sagte der 29-Jährige: »Alles, was ich tue, mache ich für meine Familie – für meine Eltern, für meine Freundin, für meine Tochter. Für meine Freunde zu Hause. Für alle.« Die Emotionen haben einen tragischen Hintergrund: Eustáquios Mutter starb 2023 an einem Hirntumor, sein Vater ein Jahr später an einem Herzinfarkt. »Ich denke, es war ein großartiges Tor«, sagte der Mittelfeldspieler. »Aber als ich geschossen habe, hatte ich das Gefühl, dass alle mit mir geschossen haben. Sie haben dem Ball ein bisschen zusätzliche Kraft mitgegeben – und er landete im Netz. Deshalb bin ich einfach überglücklich.«

Auch Kanadas Trainer Jesse Marsch würdigte seinen Vizekapitän: »Es gibt keinen, der es mehr verdient hätte in dieser unglaublichen Gemeinschaft. Er ist ein sehr zuverlässiger Mensch, er weiß, worauf es bei uns ankommt. Ich denke, seine Eltern haben heute aus dem Himmel zugesehen.«

Alle weiteren Entwicklungen zur WM lesen Sie in unserem Liveblog.

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