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Frankreichs ehemaliger Premier Édouard Balladur ist tot
Aktualisiert am 01.09.2026 - 08:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Édouard Balladur: Der frühere französische Premierminister ist verstorben. (Quelle: IMAGO/Tschaen Eric/Pool/ABACA/imago)
Der frühere französische Premierminister Édouard Balladur ist tot. Balladur trat 1995 gegen Chirac zur Präsidentschaftswahl an – ein Machtkampf, der die Konservativen spaltete.
Der konservative frühere französische Premierminister Édouard Balladur ist tot. Balladur, der von 1993 bis 1995 Premier in Frankreich war, starb am Montag im Alter von 97 Jahren, wie seine Familie mitteilte. Für ihn werde eine Trauermesse "im engsten Familienkreis" abgehalten. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.
Präsident Emmanuel Macron würdigte Balladur auf der Plattform X als einen "anspruchsvollen, besonnenen und engagierten Diener seines Landes", dem Frankreich am Herzen gelegen habe.
"Ein Staatsmann mit progressivem Geist"
"Er war ein Staatsmann mit progressivem Geist und wird für viele Männer und Frauen seines politischen Lagers ein Vorbild bleiben", erklärte Premierminister Sébastien Lecornu im Onlinedienst X. "Er gehörte zu jenen Politikern, die viel von den Wählern hielten, weil sie eine edle Vorstellung von Frankreich haben", erklärte der Vorsitzende der konservativen Partei Les Républicains, Bruno Retailleau.
Der Konservative Balladur war von März 1993 bis Mai 1995 letzter Premierminister unter dem sozialistischen Präsidenten François Mitterrand. Während seiner Amtszeit setzte er sich für die Privatisierung staatlicher Unternehmen ein. Seine politische Karriere hatte er als enger Vertrauter des späteren Präsidenten Georges Pompidou begonnen, den er als Generalsekretär in den Élysée-Palast begleitete.
Balladurs Rivalität mit Chirac spaltete die Konservativen
Balladur blieb vielen Menschen in Frankreich im Gedächtnis, weil er 1995 in offener Konkurrenz zum konservativen Parteichef Jacques Chirac in den Präsidentschaftswahlkampf zog.
Lange sah es nach einem Sieg von Balladur aus, am Ende aber zog Chirac mit Vorsprung in die zweite Runde ein und gewann die Wahl gegen den sozialistischen Kandidaten Lionel Jospin. Diese Rivalität spaltete die Konservativen nachhaltig und bedeutete das Ende von Balladurs Karriere.
Nach seinem Rückzug aus der Politik geriet Balladur in den Verdacht, seinen Präsidentschaftswahlkampf durch Schmiergelder aus Rüstungsverträgen mit Pakistan heimlich finanziert zu haben. Er wurde 2021 jedoch vom Gerichtshof der Republik freigesprochen.


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